PE Wir brauchen einen Blue Deal für unsere Meere!

Zur gestrigen (04.03.2020) Anhörung im Bundestag zum Zustand von Ost- und Nordsee sagt der Grüne Europaabgeordnete aus Schleswig-Holstein, Rasmus Andresen:

„Schleswig-Holstein ist das Land zwischen den Meeren. Der Zustand von Nord- und Ostsee betrifft uns sehr direkt. Klimaschutz bedeutet für uns besonders Meeresschutz.
Die gestrige Anhörung im Deutschen Bundestag zeigt nun einmal mehr, dass der Zustand unserer Meere mehr als besorgniserregend ist. Ihr Schutz muss viel stärker als gemeinsame europäische Aufgabe begriffen werden – unsere Meere enden nicht an nationalen Grenzen.

Ölbohrungen, Plastikflut, Schifffahrt, Kriegsmunition, Überfischung und Überdüngung: die Liste der schädlichen Eingriffe ist lang. Wir brauchen dringend mehr konkreten Meeresschutz und eine aktivere Rolle der EU, um unsere Meere zu schützen. Der Meeresschutz muss daher fester Bestandteil des von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgeschlagenen Green Deals werden. Die Mittel für konkrete Maßnahmenpakete im EU-Haushalt müssen massiv aufgestockt, klima- und meeresschädliche Subventionen komplett aus dem EU-Haushalt gestrichen werden.
Wir brauchen Förderung von Landstrom in unseren Häfen und für umweltfreundlichere Schifffahrt. Die Schifffahrt muss dringend in den Emissionshandel aufgenommen werden, so dass klimaschädliche Schifffahrt teurer und die Nutzung emissionsfreier Fähren attraktiver wird.

Die Situation ist hinreichend bekannt. Und dennoch führt sie bisher nicht zu angemessenen Konsequenzen. Das müssen wir dringend ändern.

Für uns Grüne sind dabei sogenannte Nullnutzungszonen – also Gebiete, die der Natur vorbehalten sind – von herausragender Bedeutung, um dem Artensterben und der Klimakrise entgegenzutreten. Der Ausbau der Offshore-Windkraft ist ein wichtiger Bestandteil der Energiewende, kann aber nur unter Berücksichtigung der ökologischen Tragfähigkeit der Meere umgesetzt werden.“

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