PE Der Ausbau des Holstein-Stadions darf nicht zu Lasten des Breitensports gehen

Zu der Debatte um die Zukunft des Holstein-Stadions in Kiel sagt der haushalts- und sportpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Rasmus Andresen:

Wir freuen uns, dass nun ein Fußballverein aus Schleswig-Holstein die Chance hat, in der nächsten Saison in der 1. Bundesliga zu spielen. Wir sind sehr gespannt auf die bevorstehenden Relegationsspiele. Wir wissen, dass die Bundesligavorgaben aber auch erhebliche Anforderungen an den Verein und sein Stadion stellen.

Der Ball für mögliche weitere Baumaßnahmen am Holstein Kiel Stadion liegt bei der Stadt Kiel als Eigentümer und dem Verein als Nutzer. Bisher sind die Verantwortlichen dem Land konkrete und belastbare Pläne für einen Stadionausbau schuldig geblieben. Konkrete Pläne und Zahlen sind die Voraussetzung dafür, überhaupt miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Land kann nicht die Hauptlast eines potenziellen Ausbaus tragen. Wir sehen neben der Stadt vor allem die Sponsoren in der Pflicht, da diese am meisten finanziell vom sportlichen Erfolg von Holstein Kiel profitieren.

Wenn Holstein Kiel nach 2017 erneut auf Landesmittel zurückgreifen will, erwarten wir von der Vereinsspitze, grundsätzlich ihr gesellschaftliches Engagement auszuweiten. Dies bedeutet unter anderem, sich dauerhaft im Frauenfußball zu engagieren und ihr Engagement gegen Rechtsextremismus in der Fankultur auszuweiten. Viele Vereine zeigen, dass dies mit erfolgreichem Profisport und einem Imagegewinn einhergehen kann.

Während Spitzenvereine von der Politik oft auf Zuruf bedient werden, besteht der größte Bedarf beim Breitensport. Wenn das Land erneut Mittel für den Profifußball im Land zur Verfügung stellt, müssen Sportstätten für den Breitensport gleichermaßen berücksichtigt werden. Der Breitensport leistet auch ohne kommerzielle Strukturen wichtige Arbeit für unsere Gesellschaft. Ein Ausbau des Holstein-Stadions darf deshalb nicht zu Lasten des Breitensports gehen.

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